Dienstag, 27. Oktober 2009

StudiVZ und andere Loser...

Ich stelle fast jede Woche fest, dass StudiVZ und MySpace immer mehr an Attraktivität verlieren. Jede Woche steht da bei mir, dass ich 1-2, manchmal sogar 6 Freunde weniger habe. Wenn ich auf ihr Profil klicke, stelle ich fest, dass es diese Personen gar nicht mehr gibt. Auch wenn ich sie suche, finde ich sie nicht mehr. Ergebnis: Diese Leute haben sich einfach aus StudiVZ oder MySpace gelöscht.

Schlimm finde ich das nicht so sehr, denn meist habe ich sie ja noch auf Facebook und kann somit den Kontakt halten. Aber es ist schon interessant zu beobachten. Ich frage mich, ob die Macher von MySpace und StudiVZ diesen Trend denn bemerken? Wenn ihre Seiten nicht attraktiver werden, werden die Kunden wohl ausbleiben bzw. auswandern. Nicht umsonst ist Facebook die beliebteste und größte Community - dabei ist sie noch gar nicht sooo alt? MySpace gab es schon vorher, war aber schon vorher schlecht... StudiVZ ist noch recht jung, aber hat irgendwie das "dynamische" von jungen Webseiten sehr schnell über Board geworfen und ist einfach stecken geblieben...

Irgendwie erinnert mich das an Gemeinden in Deutschland und den USA. Einige sind schon seit Ewigkeiten da - und das wars. Sie sind einfach nur da. Die Mitglieder rennen ihnen weg, aber sie ändern nichts. Andere sind neu, aber halten an ihrem Programm fest, welches sie in den ersten Jahren erarbeitet haben. Und nach 5 Jahren ist der Hype weg und die Mitglieder ebenso. Was ist also das Geheimnis von Facebook und "lebendigen" Gemeinden? Denn auch alte Gemeinden und neue, jedoch festgefahrene Gemeinden predigen das Evangelium. Die Lehre bekommt man mittlerweile an vielen Orten.

Das Geheimnis ist dies: Anpassung des "wie", jedoch nicht des "was". Wie man etwas rüber bringt, sollte stets dynamisch und auf die jeweilige Kultur zugeschnitten sein. Das "was" darf sich nicht ändern. Facebook wurde nicht zu einem Medienportal oder zur Studenten Clique. Facebook blieb dem Prinzip "Community" treu, aber wie eine Community aussieht und was sie braucht, hat sich im Laufe der Zeit geändert. Eine Gemeinde sollte stets eine Gemeinde sein, aber der Musikgeschmack ändert sich und die Deko der Jahrzehnte ebenso.

Lasst uns aufpassen, dass wir unser "wie" nicht konservieren. Das "was" darf sich nie ändern - wir predigen Jesus! Aber das "wie" sollte niemals zum Hindernis für jene werden, die Jesus noch nicht kennen. Egal ob uns das "wie" gefällt - es geht nicht um uns - es geht darum andere zu erreichen. Lasst uns nicht MySpacer werden, die jeden Hype versuchen mitzumachen, und auch nicht StudiVZler, die nur einmal was Gutes machen, und es anschließend nicht mehr anpassen wollen. Lasst uns Facebooker sein, damit viele Menschen Gottes Freundschaftsanfrage annehmen!

Kommentare:

Wo geht es lang? hat gesagt…

interessanter vergeleich :-). poste das mal bei myspace und facebook.

Micha hat gesagt…

Hi Ordi,
also Facebook als attraktiv zu bezeichnen fällt mir schon schwer - nervige Spielchen, ständiges 'Zubehör', das allenfalls dazu dient, den Browser abstürzen zu lassen (zumindest in meinem Fall), der Verkauf und Weitergabe von Daten, etc., was aber bei anderen sozialen Plattformen nicht anders ist. Das andere aus StudiVZ und MySpace gehen, ist kein Zeichen, dass Facebook attraktiver ist, man geht halt mit, weil alle dahin gehen. Es lebe die Gruppendynamik, man will ja dabei sein - den Nonkonformisten den Tod. Was bei all diesen Netzwerken aber gleich ist, ist dass nur wenige in diesen Plattformen bereit sind, wirklich offen zu sein, Kontakte zu knüpfen, miteinander zu kommunizieren. Stattdessen pflegt man lieber Cliquenkontakte und geht auf Nummer sicher, denn es könnte ja dies oder das passieren...eine Wüste von Menschen, die sich hinter verschlossenen Profilen verstecken und argwöhnisch alles beäugen. Mir fällt es daher schwer, Facebook mit der Arbeit von Gemeinden zu vergleichen, denn hier kann man sich nicht anderen verschließen, hier heißt es open for all - ohne Einschränkung. Eine Gemeinde wird nur schwerlich zu einer Eventagentur mutieren, um das angesprochene "was" im entsprechenden Zeitgeschmack zu präsentieren. So was kann zur Oberflächlichkeit führen, Aussagen verwässern. Der Hype der Zeit ist immer fließend, aber ist er auch ein sicheres Fundament? Fastfood-Ketten schaffen es immer geschickt für viele zeitlos attraktiv zu sein, fragt sich aber, wer ständig Burger fressen will?
Grüße
Micha

ordi hat gesagt…

Hi Micha!
Kein Vergleich ist perfekt und dieser hier war auch nicht dazu gedacht in jedem Detail vergleichend zu sein. Es ging um einen Teilaspekt eben solcher Communities, nicht um die Community an sich. Spielchen und Quizzes sind bei mir z.B. deaktiviert und stören mich schon seit Monaten nicht mehr. Aber darum ging es nicht. Es ging schlichtweg um Anpassung an die heutige Kultur, was viele Gemeinden nicht mehr tun. Es ist nicht falsch sich einer Kultur anzupassen - im Gegenteil, es ist biblisch (dem Griechen wurde Paulus ein Grieche, dem Juden ein Jude, dem Heiden ein Heide). Das Prinzip sollte vermittelt werden, nicht die Community selbst.

Es ist auch nicht mit McDonalds vergleichbar, denn weder BurgerKing noch den Döner-Läden laufen die Kunden weg. Es geht darum, "warum" etwas wächst - in diesem Fall eine Community. Weil sie die Kultur der jeweiligen Generation erkennt und eben dem Grieche ein Grieche wird und dem Teeny ein Teeny. So blöd es klingt, aber, Facebook wurde nicht für Leute 30+ geschaffen, sondern eben für solche, die gern Quizzes ausfüllen und FarmVille spielen.

Wir können unsere Gemeinden selbstverständlich so führen, wie es den Leuten 70+ gefällt. Aber wen locken wir dann an? Natürlich Leute, die 70 Jahre und älter sind! Es geht also nicht um Gruppendynamik, sondern darum, ob wir unser "wie" vernachlässigen, oder eben nicht. Das ist das Einzige, was mit diesem Post verdeutlicht werden sollte. :)

Anonym hat gesagt…

Hey, ich habe meine gemeinde auch verlassen weil der sogenannte Hype weg war. Die Gemeinde in der ich war bestand auch nur aus eingefleischten cliquen. Anfangs war's noch toll und man wurde von jedem aufgenommen. Aber nach wenigen wochen war der peng weg. Als ich dann noch in schlimmen Phasen meines lebens um Hilfe bat wurde man ganz weg gekickt. Das janns doch nicht sein in christlichen Bereichen. Und es gab immer den selben alten Lobpreis Trott schleppende uralte Songs. Wenn man wo aktiv werden wollte,wurde man gleich bolkutiert.

Tinkerbell