Sonntag, 15. Februar 2009

Tel Aviv - wo die Menschenwürde keinen Dreck wert ist...

Tel Aviv, Ben Gurion Airport... Ich möchte bitte einchecken. In 2 Stunden geht mein Flug...

Man fragt mich 1000 Fragen, ich beantworte sie in aller Ruhe. Doch man stellt fest, dass ich nicht mit der Reisegruppe, mit der ich kam, zurückfliege, sondern alleine unterwegs war. ALARM! ALARM!!!

Sie wollten nicht nur wissen, wo ich war, sondern auch, was ich da gemacht habe. (Antwort: "Irgendwo bei Haifa. Voluntäre besucht." Dann gings plötzlich richtig ab: Alle meine Sachen wurden mit seltsamen Sensoren "abgestrichen". Sowohl Hauptgepäck als auch Handgepäck wurden KOMPLETT ausgepackt. Neben einem steht die Schlange der Leute, die zum CheckIn gehen. Vor mir liegt mein gesamtes Hab und Gut. Sogar die Klamotten, bis hin zur Unterwäsche wurden alles einzeln abgerieben und geprüft. Ich dachte mir echt, denen geht's zu gut!

Dann wollten sie sogar Geschenke, die ich gekauft hatte, aufmachen. HALLO?!?! Eine Flasche israelischen Wein (noch original-zu!) wollten sie aufmachen, um zu gucken, ob wirklich Wein drin ist. Handcreme Tuben vom Toten Meer (original eingeschweißt) wollten sie aufmachen, um zu schauen, ob wirklich nur Handcreme drin ist. Ich sagte ihnen, dass sie das alles neu kaufen dürfen, sollten sie da auch nur einen Kratzer rein machen, oder es gar öffnen. Da ließen sie es zu...

Als sie meine Bibel "unsachgemäß" zurückstopften (und Seiten verknickten) wurde ich richtig sauer. Ich ging zur Securityperson, riss ihr die Tasche aus den Händen und nahm die Bibel wieder raus. Strich sie glatt, steckte sie richtig rum rein und setzte mich kopfschüttelnd wieder... Was für Penner, ey!!!

Es vergingen satte 1,5 STUNDEN. Ich musste 3 Leuten ständig die selben Fragen wieder und wieder und wieder beantworten. Ganze 8 Mal fragte man mich die SELBEN doofen Fragen, die jeder, der lesen kann, sich selbst beantworten könnte! Danach sollte ich zum Metalldetektor. Ich sah eeendlich Licht am Horizont: Lang kanns ja nicht mehr dauern! Aber was ich ECHT ätzend fand war, dass mein Zeug (noch immer weit ausgebreitet auf 2 Tischen verteilt) bei den Securitys blieb, wärend ich in einen anderen Raum musste... Was soll der Mist?!?

In dem Raum legte man alle Metallsachen und die Schuhe in eine Lade und wurde dann gescannt. 2 Mal scannte mich dieses halbe Hemd von einem Möchtegern-Security.. Mein Gürtel war schon weg, ALLES war weg. Als er mit dem Scanner über den Knopf der Jeans fuhr, machte es kurz *piep* und er meinte, dass er wegen dem Knopf nochmal den Supervisor anrufen müsse...

BITTE WAS?!?!?!?!?!?! Trottelkind!!! Was für ein TROTTELKIND!!!

Es dauerte 10 Minuten, bis der Supervisor kam. Der wollte, dass ich die Hose ausziehe. Ich fragte ihn, ob er das ernst meine. Ja, das meinte er...

Ab dem Moment war bei mir das Maß voll. Als ich fertig war mir allem, rief ich einen dieser Security Trottel zu mir her und sagte ihm: "Wissen Sie, was eine Promo Tour ist? Das ist eine Tour, bei der man hierher kommt, um danach das Land Israel im eigenen Land zu promoten - dafür Werbung zu machen - Reiseberichte zu schreiben und an Reiseagenturen zu schreiben... Können Sie sich vorstellen, was ICH schreiben werde?!?!" (..."Sie Penner!" habe ich mir am Ende nurnoch dazugedacht...)

Ich erhielt meine Tickets und wollte meine letzten Shekel in Euro umtauschen. Einer der (abgef****) Security Leute meinte aber, das ginge jetzt nicht. Das soll ich hinter der Boardingpass Kontrolle machen. Ich zeigte auf den Geldwechselladen, der DIREKT neben mir war. Er meinte, dass danach auch noch welche seien - zum selben Kurs. "BLÖDSINN!" sagte ich, "allein diese 2 Läden hier neben mir haben beide zwei unterschiedliche Kurse!" - aber das war ihm egal. In diesem Laden hätte ich 7,20 € für meine Shekel bekommen... ich ging durch die Schleuse, ging zum Wechselladen, den er mir zeigte: max. 4 € für das selbe Geld... ARSCHLOCH!!!!!!!!!

Ich behielt meine Shekel - selbst in Deutschland bekomme ich da ja mehr raus! Was ein dummer, dummer, unendlich dummer Mensch das sein muss!!! Ich hab mich übelst aufgeregt über den Typ!!!

Dazu kam noch, dass, als ich endlich durch die (ERSTE) Schleuse kam, die anderen Fluggäste am Gate breits das Boarding begonnen hatten - schon seit 5 Minuten... Die gesamte "Sicherheitskontrolle" hatte also satte 2 STUNDEN in Anspruch genommen!! Alter Schwede, ich war echt am kochen!! >:(

Ich weiß, ich weiß, ich sollte da eher Selbstbeherrschung üben.. aber in diesem Moment war mir einfach nicht danach. Bei Machtmissbrauch wegen Langeweile versteh ich keinen Spaß! Auch nicht, wenn die Privatsphäre missachtet wird und man in solcher Weise gedemütigt wird...

Dummerweise ließ ich meinen Frust am Ende doch an den falschen Leuten aus. Vom Flughafenpersonal grüßte ich auch niemanden mehr. Den Flugbegleitern sagte ich nicht mal Hallo, und ein Lächeln hatte ich für niemanden mehr übrig. Wenn mir jemand im Weg rumstand (was bei Israelis genauso oft vorkommt, wie bei Deutschen), schob ich sie einfach zur Seite. Ich hatte die Schnautze voll... Und als dann noch mein Vordermann seinen Sitz zurück lehnte, als gerade die Ansage vorbei war, dass man den Sitz AUFRECHT stellen soll, durfte dieser sich über eine Wackelmassage freuen, die an seinem Stuhl vorgenommen wurde...

Ich hasse es, wenn ich so bin... eigentlich ist mein Verhalten nicht zu entschuldigen.. aber Provokation ist einfach schei**e!

Mein Tipp an ALLE, die dieses tolle Land Israel mal sehen wollen: SCHWIMMT hin!!! Oder nehmt nen Bus... aber fliegt NIE NIE NIEMALS über Tel Aviv! Das sind alles PENNER dort! *kotz*kotz*kotz* >:(

1 Kommentar:

Jonas hat gesagt…

Hallo Ordi.
Ich bin selbst Volontär in Israel und ich darf dich beruhigen, dass es vielen so ergeht. Dass deine Sachen ausgepackt wurden ist normal und wird bei jedem getan. Allein reisende junge Männer werden auch meistens nochmal sorgfältig durchgecheckt. Du siehst: Du bist keine Ausnahme sondern die Regel!

Diese ganzen Sicherheitsmaßnahmen kann man ihnen noch nicht einmal verübeln. Die Fluggesellschafen, welche nach Israel und von Israel fliegen, sind die meistgefährdesten Gesellschaften - was auch die Vergangenheit zeigt. Gerade durch diese strengen Kontrollen konnten schon einige Anschläge verhindert werden! Aus diesem Grund hat man sich nach dem 11. September international einiges beim Ben Gurion Airport abgeschaut.

Das dir das Personal unfreundlich vorkam liegt darin, dass sie eine umfangreiche psychologiche Ausbildung besitzen, welche es ihnen vorschreibt, den anderen distanziert zu begegnen.

Ordi: Du warst einfach nicht locker genug!

PS: Übrigens waren die "komischen Sensoren" Stofftücher, welche Drogen und Sprengstoff auffindig machen können - und wird bei allen Passagieren eingesetzt.